Crossektomie (Venensternäste)

Über einen Leistenschnitt wird die Mündungsstelle der Stammvene (Vena saphena magna) in das tiefe Venensystem (Vena femoralis) dargestellt, die einmündenden Venensternäste werden einzeln präpariert und schrittweise unterbunden. Ohne Zurücklassen eines Stumpfes wird die Vena saphena an der Vena femoralis abgesetzt und damit die Voraussetzungen für ein Zurückfließen des venösen Blutes aus der Leiste genommen.

Dieser Operationsakt – der bei den Sondenmethoden eingespart wird – dauert 10 Minuten. Die Wunde liegt direkt in der Leistenbeuge und ist später nicht mehr sichtbar. Die Durchführung dieses Operationsteiles verringert nachweislich die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens.

Saphenastripping (Stammvenenstripping – Ziehen)

Aufgabe der Diagnostik vor der Operation ist es unter anderem den schwachen Abschnitt der jeweiligen Stammvene darzustellen. Nur dieser Teil ist chirurgisch zu entfernen. In aller Regel wird die Oberschenkelvene (Hach-II-III-Insuffizienz) isoliert gestrippt (aufgefädelt und gezogen). Einzelne Nebenäste werden vorher unterbunden. Die Vena saphena magna wird im Bereich des Oberschenkels gestrippt, während sie am Unterschenkel, um Nervenschäden zu vermeiden, über kleine Zugänge entfernt wird.

Nebenastphlebektomie (Entfernung der Seitenäste)

Die Nebenastentfernung erfolgt heute durch so genannte Miniphlebektomie. Dabei werden über zwar zahlreiche aber sehr kleine Zugänge (Stichincisionen 3-7 mm) die Nebenastvarizen entfernt. Diese Stichincisionen werden geklebt – eine Naht ist meist nicht erforderlich. Neben dem Vorteil der fehlenden Nahtentfernung hinterlassen diese Zugänge nach vollständiger Abheilung so gut wie keine Narben, was dem kosmetischen Anspruch der Varizenoperation entgegenkommt.

Perforansligatur (Unterbindung von Verbindungsvenen)

Perforansvenen sind Venen welche die oberflächlichen Stamm- und Nebenäste mit dem tiefen Venensystem verbinden. Die Perforansvenen, die den Rezirkulationskreis fördern, müssen bei der Operation verschlossen werden, um wieder einen normalen Blutstrom herzustellen. Dies geschieht entweder durch Minizugänge oder in einzelnen Fällen  durch Freipräparation und Unterbindung an der Durchtrittsstelle in die tiefe zu den darunterliegenden Muskelbäuchen (epifasziale Ligatur).
Vom Aufwand für den Chirurgen/Chirurgin ist diese operative Methode mit Sicherheit die aufwendigste. Dieser Aufwand, welcher nach gültigen phlebologischen wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt wird,  macht sich aber für die PatientInnen , meiner Meinung nach,  durch das geringere Wiederauftreten bezahlt. (Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie)


Nach der Varizenoperation
Der Patient, die Patientin darf ca. drei Stunden nach der Operation aufstehen und sich normal bewegen. Das Bein ist anfangs bandagiert. Die Bandagen werden je nach Nahttechnik zw. dem 2. und 8. Tag nach der Operation durch einen Kompressionsstrumpf der Klasse II ausgetauscht. In der 1. Woche nach der Operation sind die Bandagen bzw. der Strumpf Tag und Nacht zu tragen. Je nach Ausprägung der Krampfadern (Varizen) ist der Strumpf für weitere 3 bis 6 Wochen tagsüber zu tragen. Sollte eine Nahtentfernung notwendig sein, wird dies 1 Woche nach der Operation durchgeführt. Vollbäder, Schwimmen und andere sportliche Aktivitäten sind 2. Woche nach Operation wieder möglich.